Register für
Assistierte Suizide
in Deutschland
Im Rahmen des Forschungsprojekts RegAS wird eine bundesweite, standardisierte Datenbasis zur Praxis des assistierten Suizids aufgebaut. Dieses Portal dient der systematischen und vertraulichen Erfassung von Falldaten, um die tatsächliche Versorgungsrealität in Deutschland wissenschaftlich abzubilden.
Zur Gewährleistung einer vollständigen und wissenschaftlich validen Datenlage ist die Mitwirkung aller im Bereich der Suizidhilfe aktiven Personen – insbesondere auch derjenigen, die Suizidassistenz praktisch durchführen – essenziell. Der Eintrag erfolgt über eine gesicherte, datenschutzkonforme Online-Plattform. Alle übermittelten Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verarbeitet.
○ Hier gehts ab September 2026 zum Befragungsbogen„Wir benötigen eine verlässliche Datenbasis, um die Praxis des assistierten Suizids in Deutschland differenziert zu verstehen. Erst durch diese wissenschaftliche Transparenz können wir Bedarfe am Lebensende präzise abbilden und die allgemeine Versorgung sowie Beratungsangebote evidenzbasiert weiterentwickeln“
Projektleiterin Prof. Dr. Claudia Bausewein
Was hier gerade entsteht
Ein bundesweites Register für assistierte Suizide
Aus den gesammelten Daten und Informationen soll ein dauerhaftes, bundesweites Register entstehen.
Das Projekt soll dazu beitragen, dass Gesellschaft, Medizin und Politik auf der Basis solider Fakten informiert sind und wir gemeinsam einen verantwortungsvollen, sachlichen Umgang mit der Thematik des assistierten Suizids pflegen können.
Warum das wichtig ist
Es fehlt eine systematische Dokumentation – das wollen wir ändern
Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2020, welches das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufgehoben hat, nimmt die Zahl assistierter Suizide in Deutschland zu.
Aktuell gibt es jedoch keine bundesweite, systematische Erfassung der Fälle. Damit fehlt eine verlässliche Datengrundlage, um die tatsächliche Praxis fundiert zu verstehen. Dies führt zu Unsicherheiten bei Betroffenen, Angehörigen, Ärzt*innen, helfenden Institutionen sowie in der gesamten Gesellschaft.
Durch eine wissenschaftliche, datenschutzkonforme Erfassung wollen wir diese Lücke schließen. Unser Ziel ist es, die realen Entwicklungen und Rahmenbedingungen in Deutschland verlässlich abzubilden, um eine sachliche Basis für die Weiterentwicklung von Versorgungs-, Pflege- und Beratungsstrukturen zu schaffen.
Was wollen wir erreichen?
Eine verlässliche, objektive Datenbasis für Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Praxis bereitstellen.
Entwicklungen, Beweggründe und Rahmenbedingungen der Inanspruchnahme differenziert und wissenschaftlich analysieren.
Besondere Belastungen und Risikogruppen frühzeitig identifizieren, um zielgerichtete Schutzkonzepte und Begleitangebote zu ermöglichen.
Die wissenschaftliche Grundlage dafür verbessern, dass Menschen in komplexen Lebenslagen und am Lebensende die für sie bestmögliche Beratung, Begleitung und Versorgung erhalten.
Grundbegriff
Was ist ein assistierter Suizid?
Definition
„Unter Suizidassistenz, bzw. assistierter Suizid (der Begriff wird hier synonym für Beihilfe zur Selbsttötung, Sterbehilfe, Sterbe- und Freitodbegleitung verwendet) versteht man die gezielte Unterstützung einer Person bei der Durchführung ihres Suizids, ohne dabei selbst aktiv die Tötungshandlung vorzunehmen. Meist bedeutet dies, dass eine Sterbebegleitung, häufig eine medizinische Fachkraft, das tödliche Mittel bereitstellt und über dessen Anwendung informiert. Die Einnahme erfolgt jedoch ausschließlich durch die betroffene Person selbst.“Zielgruppe
An wen richtet sich die Befragung?
Das Register lebt von der Vielfalt der Perspektiven. Die Eintragung erfolgt über einen wissenschaftlichen, vollständig anonymisierten Online-Fragebogen. Wir richten uns an alle Personen, die an einem Prozess des assistierten Suizids beteiligt waren oder diesen begleitet haben – unabhängig von ihrer genauen Rolle. Dazu gehören insbesondere:
- Ärzt*innen, die ein Sterbemittel verschrieben, bereitgestellt oder den Prozess (direkt oder beratend) begleitet haben.
- Mitarbeitende und Ehrenamtliche von Sterbehilfe- und Freitodvereinen sowie Beratungsstellen.
- Pflegefachkräfte (z. B. aus der ambulanten Pflege, aus Pflegeheimen oder Hospizen), die an der Versorgung beteiligt waren oder die verstorbene Person zuletzt gepflegt haben.
- Angehörige und nahestehende Personen, die den Weg der betroffenen Person miterlebt und begleitet haben.
- Beratende Berufsgruppen (wie Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen, Seelsorgende oder Rechtsanwält*innen), die im Vorfeld oder während des Prozesses unterstützend oder beratend tätig waren.
Kurzes Feedback
Sie wollen sich nicht in ein solches Register eintragen?
Geben Sie uns Rückmeldung zu den Gründen der Nichtnutzung.
○ Hier geht es zur kurzen Befragung Die Befragung dauert nur wenige Minuten und ist vollständig anonym. Wenn Sie zusätzlich bereit sind, in einem Interview mit uns zur Nichtnutzung zu sprechen, klicken Sie bitte den unteren Button. ○ Hier geht es zur Terminvereinbarung für ein InterviewKooperationspartner
Kontakt zur Projektleitung
Prof. Dr. Claudia Bausewein
LMU Klinikum München
Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin
Marchioninistr. 15 | 81377 München
Tel.: 089 4400-74929
Fax: 089 4400-77929
E-Mail: claudia.bausewein@med.uni-muenchen.de
Weitere Informationen:
Bundesgesundheitsministerium – RegAS
felberinstitut.de – Projektseite
Teilnehmerinformationen
RegAS ist ein Kooperationsprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Universitätsklinikums Köln, des Universitätsklinikums Düsseldorf, der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Deutschen Akademie für Suizidprävention und des Werner-Felber-Instituts Dresden e.V., gefördert vom BMG.